VERWENDETE AUSRÜSTUNG BEI DEN TESTS
⦽ Rüstung
⦽ Korinthischer Helm
⦽ Brustpanzer / Textilpanzer / Spolas
⦽ Griechische Schienbeinschoner / etruskische Schienbeinschoner
⦽ Griechischer Schild: „Aspis“
Verwendete Exemplare: Aspis
- Herstellung mit Ringtechnik.
- Holz, Stoff und Messing.
- Durchmesser: 90–100 cm; Gewicht: 7000–8000 g
Waffen
⦽ Griechischer Speer: „Dory“
Der Dory-Speer bildete zusammen mit dem Aspis-Schild die Grundlage des griechischen Hoplitenkampfsystems. Er besaß in der Regel eine eiserne Spitze und ein bronzenes Endstück (Sauroter). Seine Länge erlaubte es der Truppe, Distanz zu halten und so weniger exponiert zu sein.
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Verwendete Exemplare:
- 220 cm; 1650 g
- Eschenholzschaft; Durchmesser 28 mm
- Handgeschmiedete Eisenspitze; ungehärtet
- Pyramidenförmiger Eisenregaton; ungehärtet
⦽ Griechisches Schwert: „Kopis“
Die Kopis war eine einschneidige Klinge mit einer Länge von meist 65 bis 50 cm, wobei sich in der makedonischen Zeit eine Verkürzung durchsetzte. Sie war auf Hiebe ausgelegt, konnte jedoch bei geringer Krümmung auch effektiv zum Stoß eingesetzt werden.
Verwendetes Exemplar:
- 53 cm; 910 g
- Gehärtete Stahlklinge

Griechische Kopides aus dem 5.–4. Jh. v. Chr., ausgestellt im Metropolitan Museum of Art.
⦽ Griechisches Schwert: „Xiphos“
Zweischneidige Klinge mit einer typischen Länge von etwa 60 cm. Dieses Kurzschwert ist auf zahlreichen klassischen Darstellungen zu sehen und war primär für den Stich gedacht, konnte aber auch zum Hieb verwendet werden.
- 60 cm; 550 g
- Kohlenstoffarmer Stahl; partiell gehärtet

⦽ Wurfspeer mit Ankyle
Die Wurfspeerwaffe wurde von leichten Plänklern eingesetzt. Solche Speere haben aufgrund ihres geringen Gewichts nur eine schwache Durchschlagskraft, was durch höhere Abwurfgeschwindigkeit ausgeglichen werden muss. Ihre Leichtigkeit erlaubt es den Plänklern, mehrere Exemplare mitzuführen. Diese Speere wurden mit einem Lederband – Ankyle genannt – geworfen, das um den Schaft gewickelt wurde. Dieses Band findet sich auf zahlreichen klassischen Abbildungen und erlaubt nicht nur eine höhere Wurfkraft, sondern stabilisiert den Flug durch Rotation. Dies verbessert die Zielgenauigkeit und erleichtert den Einsatz auch durch wenig erfahrene Kämpfer.
Verwendete Exemplare:
- 133 cm; 400 g
- Handgeschmiedete Eisenspitze; ungehärtet
- Ankyle aus Spaltleder
Sonstiges
⦽ Verwendete zivile Kleidung
– Exomis, Quitón, Tainia
⦽ Fußbekleidung

WAFFENTESTS
WARNHINWEIS: Diese Tests wurden mit maximaler Wucht von geschultem Personal durchgeführt, um das Zerstörungspotenzial der Waffen in erfahrenen Händen zu demonstrieren. Es ist ausdrücklich zu betonen, dass eine solche Schlagkraft im realen Kampf nur selten zum Einsatz gekommen wäre.
Ziel: Humanoider Dummy aus Polyurethan, mit Holzelementen zur Fixierung und mit roten Farbbeuteln gefüllt. Der Dummy soll nicht die physischen Eigenschaften von Fleisch simulieren, sondern lediglich dessen Aussehen. Ziel der Tests ist es, die Kampfausrüstung der griechischen Hopliten und deren zerstörerisches Potenzial gegen verschiedene Materialien zu veranschaulichen – ebenso wie visuell eindrucksvolle Szenen zu erzeugen.
Mit thorakalem Röhrenpanzer (Spolas)
Beginn der Verbreitung zu Beginn der klassischen Zeit (5. Jh. v. Chr.). Stärker als die historische Schätzung: 10 Lagen Sackgewebe vorne, 8 hinten, mit Teilen aus vegetabil gegerbtem Leder und Messingschuppen.
⦽ Stoß oberhalb der Brust.
⦽ Stoß unterhalb des Bauches.

Diese Rüstung zeigte bei Stößen mit voller Kraft keinerlei Widerstand, doch ihre Wirksamkeit darf nicht unterschätzt werden: Sie könnte Schutz bei indirekten Stichen (den häufigeren), Geschossen und Gelegenheitsstößen mit geringer Kraft bieten, wodurch Körpertreffer abgeschwächt oder ganz verhindert würden.

Mit anatomischer Brustpanzerung
Erste Nachweise zu Beginn der klassischen Zeit (5. Jh. v. Chr.). Verwendetes Exemplar: Messingpanzer mit 1 mm Dicke – deutlich fragiler als historische Originale.
⦽ Stoß oberhalb der Brust.
⦽ Stoß unterhalb des Bauches.
⦽ Stoß unterhalb des Bauches, gefolgt vom Regatonstoß gegen die Brust.
⦽ Schläge mit Xiphos und Kopis.
Die Treffer mit dieser Rüstung zeigten weniger Durchschlagskraft als zuvor, doch viele der Schläge waren weiterhin tödlich. Wie beim vorherigen Typ diente auch diese Rüstung als Mittel zur Schadensminderung – die anatomische Form fungierte dabei als hervorragender Ablenker für schlecht angesetzte Schläge.

Der Regaton zeigte ein bemerkenswertes Potenzial zur Metalldurchdringung.
Bemerkenswert ist, dass die Kopis eine stärkere Penetration erreichte als die Xiphos – möglicherweise bedingt durch die individuellen Eigenschaften der verwendeten Exemplare, nicht zwingend durch den Waffentyp an sich.
Angriff mit Xiphos links, mit Kopis rechts.
Ohne Rüstung
Wurfspeerangriffe:
⦽ Speerwürfe mit Ankyle.
Der Test wurde von erfahrenen Werfer*innen durchgeführt, jedoch mit weniger als einer Woche spezieller Schulung im Umgang mit dieser Speerart. Trotz vieler Fehlwürfe in Richtung und Haltung wurde eine beeindruckende Durchschlagswirkung erzielt.

Stöße mit Dory-Speer:
⦽ Stoß gegen das Gesicht.
⦽ Stoß gegen Brust und Schulter.
⦽ Stoß gegen den Unterbauch, gefolgt vom Regatonstoß gegen die Brust.

Diese Testserie wurde mit maximaler Wucht durchgeführt und entspricht nicht dem typischen Kampfszenario. Dennoch zeigt sich: Die Durchschlagskraft eines scharfen Speers ohne Rüstungsschutz ist absolut – mit der Ausnahme möglicher Treffer gegen Knochenstrukturen, die an diesem Tag nicht getestet wurden.

Hiebe mit Kopis-Schwert:
⦽ Hopliten formieren sich, rücken vor, ein Hoplit stößt mit dem Speer gegen die Brust, tritt zurück, der rechte Nachbar rückt vor und setzt einen kreisförmigen Hieb mit der Kopis gegen den Kopf.
⦽ Vertikale Kopis-Hiebe gegen den Schädel.
⦽ Horizontaler Kopis-Hieb gegen Handgelenk und oberen linken Arm.
⦽ Mehrfache Kopis-Hiebe auf den Torso.

Dieses Schwert verursachte leicht Verstümmelungen und Zerstückelung. Die sichtbaren Verletzungen waren deutlich ausgeprägter als bei anderen Waffen, was auf ein mögliches psychologisch demoralisierendes Element im Kampf hindeutet.

Ziel am Boden
Der Regaton war eine zweite Spitze, über die die Dory verfügte, falls die Lanzenspitze im Kampf zerbrach. Er diente als Gegengewicht, um mehr Lanzenschaft nach vorn führen zu können, zeigte sich jedoch auch als nützlich zum Stoßen im Nahkampf oder zum Töten eines verwundeten, am Boden liegenden Gegners beim Vormarsch. Im Video stellt die Puppe einen verletzten Krieger dar, der zurückbleibt und von den vorrückenden Hopliten eingeholt wird.
⦽ Hoplit rückt in Kampfstellung vor und stößt dem gefallenen Ziel den Regaton in die Brust, ohne es dabei groß zu beachten, und setzt seinen Vormarsch in Kampfhaltung fort.
Die offensive Wirkung des Schildes wurde erprobt, indem das Töten eines niedergeschlagenen Gegners mit der Schildkante simuliert wurde.
⦽ Hoplit mit Exomis lässt die Lanze fallen und geht in den Nahkampf über, bringt das Ziel mit dem Schild zu Fall und unterstützt den Sturz mit der rechten Hand von hinten. Er legt die rechte Hand ins Gesicht, hebt den Aspis und schlägt mit dessen Kante gegen den Kopf des Ziels.

Das Ergebnis dieser Probe war für das Ziel verheerend. Allerdings ist zu bedenken, dass das Schild deutlich schwerer ist als das historische Original. Dennoch wäre es möglich, eine enorme Kraft senkrecht auf ein liegendes Ziel auszuüben. Zwar gibt es keine Belege für den Einsatz dieser Technik, doch sie wäre zweifellos wirksam in einer Gelegenheitssituation, in der ein Hoplit entwaffnet ist.
BILDUNG DER HOPLITENPHALANX
Erprobung verschiedener Methoden zur Formierung der Phalanx und mögliche Nützlichkeit der Antilabe – jenes Seils, das am inneren Rand vieler Aspides verläuft und auf Krateren und Skulpturen dargestellt ist.
Die Hopliten formieren sich; auf das Kommando ASPÍDES verhaken sie ihre Schilde, auf DÓRATA heben sie die Lanzen; auf EPÁGUETE rücken sie vor und stoßen abwechselnd, auf TRÉPETE ziehen sie sich koordiniert zurück.
Die verschiedenen Versuche und deren Ergebnisse waren:
⦽ Vormarsch einer Linie ohne Schildüberlappung. Schwierige Abstandswahrung zwischen den Hopliten.
⦽ Vormarsch einer Linie mit Überlappung von links über rechts. Leicht zu haltender Abstand, jedoch teils Einschränkungen beim Lanzengebrauch.
⦽ Vormarsch einer Linie mit Überlappung von rechts über links. Ebenfalls leicht zu haltender Abstand, etwas selteneres Einengen zwischen den Hopliten. Ein unregelmäßiger Schritt kann jedoch zu Verdrehung des Schildes führen (wenn der linke Hoplit vorrückt, schiebt er den linken Rand des Schildes des rechten Hopliten).
⦽ Vormarsch von zwei Linien mit Synapsismos und Antilabe. Die Linie wird reguliert, der Abstand einheitlich (niemand behindert den anderen) und ungewollte Schildverdrehung wird bei gleichmäßigem Schritt reduziert.
⦽ Manöver von zwei Linien mit Synapsismos und Antilabe. Erforderte klare Befehle an die Flanken der Linie, das Ergebnis war intuitiv, schnell, komfortabel und effizient.

Bei den Versuchen erwies sich die effektivste Schildüberlappung darin, den linken Schildrand über den rechten des benachbarten Hopliten zu legen. Dadurch blockiert der starke linke Hoplit die schwächere Stelle im Schild seines rechten Kameraden, was das Durchbrechen der Schildmauer an dieser Stelle erschwert.
Wenn jeder Hoplit die Antilabe ergriff, die über den linken Rand des Schildes des rechten Nachbarn hinausragt, konnten Manöver effektiv und leicht durchgeführt werden, wobei Kohäsion und Ordnung der Phalanx erhalten blieben. In Kombination mit der empfohlenen Überlappungsweise entstand so eine halbstarre, aber zugleich „elastische“ Barriere gegen Angriffe. Ihre Dynamik lässt sich mit der einer gespannten Netzkonstruktion vergleichen.
Solche Schlussfolgerungen belegen lediglich eine optimale Einsatzweise dieser Ausrüstung und somit ihre wahrscheinliche Anwendung in der Epoche, in der diese militärtechnologische Lösung existierte. Es lässt sich jedoch kein konkretes Schema zur Schildüberlappung belegen, da es hierzu an Quellen mangelt. Möglich wäre, dass auch die anderen erprobten Überlappungsarten ihren Zweck hatten und sogar innerhalb einer Phalanx gleichzeitig verwendet wurden. Jede Taktik bietet eigene Vorteile.
Als kleine Schlussfolgerung zu den Ergebnissen der Versuche mit der Antilabe lässt sich hervorheben: einfache Beweglichkeit größerer Truppen mit eingeschränkter Sicht und Hörwahrnehmung, ebenso wie der leichte Erhalt von Kohäsion, Ordnung und Stabilität bei Manövern sowie beim Ausführen und Abwehren von Angriffen (Othismos). Es wird vorgeschlagen, dass dieses Mittel besonders für unerfahrene Einheiten nützlich gewesen sein könnte, da ansonsten der Formationskampf ein hohes Maß an Training erfordert, um ein Zusammenbrechen der Kampflinie zu vermeiden.
HOPLITENKAMPF
⦽ 3 Hopliten verteidigen einen engen Durchgang, 2 greifen an.
- Wenn die 2 Angreifer offen vorgingen, wurde der linke Hoplit leicht getroffen.
- Wenn die 2 Hopliten ihre Schilde überlappten, war der Angriff erfolgversprechender.
- Ein gezielter Othismos verschaffte dem Angreifer einen Moment des Vorteils.
⦽ Kampf 2 gegen 2 Hopliten.
- Wenn beide Gruppen in offener Ordnung kämpfen, sind Seitenangriffe kaum zu vermeiden.
- Wenn beide Gruppen in geschlossener Ordnung kämpfen, erfolgt das Gefecht rein frontal.
- Wenn eine Gruppe in offener und die andere in geschlossener Ordnung ist, kann die offene Gruppe die andere relativ leicht umstellen.
- Optimale Herangehensweise: offene Ordnung mit vorsichtiger Haltung, der Hoplit vermeidet Seitenstöße gegen den Kameraden, bedroht seinen Frontgegner und sucht Chancen für seitliches Lanzen.
⦽ Hoplomachie. Lanzen- und Schildduell zwischen zwei Hopliten; nur wenige dokumentierte Fälle, meist ritueller oder legendärer Natur.
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