Unser historischer Berater und Blogmitarbeiter Jonathan Jacobo Bar Shuali hat sein erstes Buch veröffentlicht: Die napoleonische Armee. Die Grande Armée Napoleons und ihre Verbündeten, erschienen in der Reihe Kurze Geschichte der Armeen beim renommierten Verlag Nowtilus.
Wir haben das Buch zu Ende gelesen – und können versichern: Es erfüllt die Erwartungen in vollem Umfang. Der Klappentext auf der Rückseite fasst den Inhalt sehr treffend zusammen:
Kurze Geschichte der napoleonischen Armee lädt dazu ein, zu entdecken, wie diese kolossale Aufgabe über einen Zeitraum von 20 Jahren europäischer Geschichte verwirklicht werden konnte. Die Entwicklung der Uniformen, der Bewaffnung, der militärischen Ausbildung und der Organisation der Armeen im Dienst des Ersten Französischen Kaiserreichs gehören zu den behandelten Themen. Außerdem lernt man die auffälligsten Einheiten und die unbekanntesten Regimenter kennen, die dem französischen Kaiserreich von Santo Domingo bis Neapel dienten.
Zahlreiche Kommentare wurden bereits über dieses Werk verfasst – und viele weitere wären denkbar: ein bewundernswertes Kompendium an Wissen, ein handliches Nachschlagewerk, ein praktisches Handbuch zu Begriffen und Chronologie, eine lobenswerte wissenschaftlich-historische Untersuchung, ein beachtenswerter Beitrag zur Militärgeschichte, ein vielversprechender literarischer Erstling, und so weiter.
Wir aber möchten zwei besondere Stärken hervorheben, die bislang noch nicht erwähnt wurden – und die wir, vielleicht gerade weil wir selbst die Leidenschaft fürs Schreiben teilen, aus erster Hand zu schätzen wissen.
Die erste Stärke erkennt man sofort, wenn man selbst einmal einen Essay geschrieben hat: die Fähigkeit zur Verdichtung. Sie ist unerlässlich, um ein enzyklopädisch breites Thema wie die napoleonischen Armeen auf wenige Seiten zu komprimieren. Es ist eine echte Leistung, eine solche Menge an Informationen in das kleine Datengefäß „Buch“ zu fassen, ohne dabei ins Chaos oder in Beliebigkeit zu verfallen. Der Autor muss kürzen, zusammenfassen, ordnen und vereinfachen – eine Aufgabe, die oft schwieriger ist als die Recherche oder das freie Schreiben. Jonathan gelingt es, die Inhalte von Anfang bis Ende in akademisch sauberer und logisch aufgebauter Form zu präsentieren und ein so großes Thema zugänglich und spannend darzustellen.
Die zweite Stärke erkennt nur, wer ihn ein wenig kennt: die Leidenschaft. Leidenschaft lässt sich schwer verbergen – man merkt es sofort, wenn sie „am Spielfeldrand aufgewärmt wird“. Sie fließt zwischen den Zeilen hindurch und durchdringt die Seiten jedes Buches – auf subtile, fast unmerkliche Weise. Diese Leidenschaft für das eigene Herzensthema, für das Hobby oder den Lebenstraum ist der wahre Motor, der jemanden dazu bringt, ein großes und erschöpfendes Projekt wie ein Buch überhaupt anzugehen und zu vollenden. Aus Leidenschaft nimmt man Schlafmangel, einsame Wochenenden, Isolation und unermüdliche Arbeit in Kauf – im Gegenzug schenkt sie einem erfüllte Ziele und wohlverdientes Lob. Und die Leidenschaft für die historische Nachstellung der napoleonischen Zeit erfüllt die Seiten dieses Buches von Anfang bis Ende.
Eine rundum empfehlenswerte Lektüre für jeden Reenactor.
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